Das neue Album ist da!
connaisseur mailorder: Über die bewegte Biographie des Micah P. Hinson berichteten wir bereits anläßlich des letzten Albums "And The Red Empire Orchestra"; wir wissen also, warum der inzwischen 30jährige so klingt, als habe er die Lebenserfahrung eines doppelt so alten Menschen. Doch auch ohne den Überraschungseffekt erzeugt dieses Werk Erstaunen und Ehrfurcht. Diese Stimme, vergleichbar mit der Lee Hazlewoods oder der des alten, aber noch nicht hinfälligen Johnny Cash, umgeben von gleichzeitig rohen und kunstvollen Arrangements aus Akustikgitarren und Banjo, gezielten Streichern (vornehmlich Cello und Bratsche) und gelegentlich unheimlicher, dunkler Elektronik und apokalyptischen Drumbeats: Wenn das Country ist, dann handelt es sich um ein ziemlich radikales Update. Sixteen Horsepower lassen sich hier genauso zum Vergleich heranziehen wie die Bad Seeds oder die die Tindersticks. Wer in der Musik Trost sucht, ist hier an der falschen Adresse: Schonunglos dekonstruiert Hinson den amerikanischen Pioniergeist; das auf dem Cover abgedruckte Walt Whitman-Gedicht wirkt in diesem Zusammenhang wie blanker Hohn. Böse, aber faszinierend – und wahrscheinlich leider sehr realitätsnah. – Die LP-Pressung könnte besser sein; dafür ist das Doppelalbum recht günstig und das Mastering ausgezeichnet; besonders die tiefen Streicher kommen sagenhaft gut!
Zum kurz reinhören:
http://www.jpc.de/jpcng/poprock/detail/-/art/Micah-P-Hinson-And-The-Pion...