Die Hürden für das dritte Album sind hoch, wenn man gerade erst 21 ist und der Vorläufer beinahe einen Mercury Prize bekommen hätte (vielleicht nur deshalb nicht, um ihre "Begleitband" Mumford & Sons nicht zweimal zu berücksichtigen). Doch erweist sich die in einem südenglischen Dorf aufgewachsene Songwriterin abermals als so souverän wie erstaunlich reif. Marlings Folk-Entwurf ist kosmopolitisch, schlägt eine Brücke zwischen Sandy Denny und Joni Mitchell, kann (so im Titelsong) einer PJ Harvey gleich gewaltige Rock-Energien freisetzen oder (wie in "Night After Night") mit minimalster Begleitung die Intensität des frühen Leonard Cohen erreichen, andernorts die Doppelbödigkeit eines Bob Dylan – fast schon beängstigend. Es ist nichts weniger als ein Klassiker geworden, dieses dritte Album. Man mag sich kaum vorstellen, was dieser Mensch mit Mitte 30 für Songs schreiben wird…